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Monochrome Malerei – Weißer als Weiß

mit Christine Reinckens vom 14.7. – 15.7.2018

Ob man nun Weiß wie die Impressionisten als „Nichtfarbe“ betrachtet oder physikalisch als Summe aller Farben des Lichts, in fast allen Zusammenhängen hat Weiß eine positive Bedeutung und steht so zum Beispiel für Reinheit, Unschuld und Einfachheit, Wertfreiheit und Stille.

Wie sehr dieses Weiß durch das sich ständig verändernde Licht, durch die Wechselwirkung von Licht und Schatten, die Umgebungsfarben und andere Einflüsse beeinflusst wird, all dies und noch viel mehr interessante Aspekte der Farbe Weiß erklärte die Kasseler Künstlerin Christine Reinckens zu Beginn dieses außergewöhnlichen Kurses.

Zur „Untermalung“ ihrer theoretischen Ausführungen schloss die Künstlerin noch einen kleinen Powerpointvortrag an, in dem unter anderem der spanische Impressionist Joaquín Sorolla und seine Frauen in Weiß vorgestellt wurden. ...in Weiß, das nach Vorbild der französischen Impressionisten mit zahlreichen anderen Farben gemischt wurde, um die Licht- und Schattenwirkung herauszuarbeiten. Ausschnittsvergrößerungen, auf denen alles, nur kein Weiß zu sehen war, brachte die Kursteilnehmerinnen zum Staunen.

In der sich anschließenden kleinen Übung, in der jede Teilnehmerin einen vorbereiteten kleinen Ausschnitt aus dem Frau-in-Weiß-Bild „ziehen“ durfte, um es danach selbst ins Bild zu setzen, löste ein weiteres Aha-Erlebnis aus: Einige Abschnitte waren alles nur nicht weiß!

Mit all unserem neu erworbenen Wissen stürzten wir uns dann ins weiße Vergnügen und versuchten uns an unseren ersten fast monochromen Kompositionen. Die Auswahl der „Stillleben“ war so bunt, wie die Gegenstände selbst weiß waren: Wäscheklammern, Eierschalen, Baisers, Muscheln, Vasen, Federbälle, Knoblauch, Skulpturen, Putten…..

Damit auch wirklich alle Sinne satt werden konnten, durften auch Essen und Trinken neben dem Malgelage nicht zu kurz kommen.
Nach einem kurzen Gang durch die malerischen Gassen Herstelles setzten wir mit der historischen Gierseilfähre über zum Gasthaus zur Linde und aßen dort am Samstag mit Blick auf die Burg zu Mittag. Den Abend verbrachten wir bei italienischem Essen, zu späteren Stunde gewärmt durch den Feuertopf, auf dem Burggelände. Und auch die letzte gemeinsame Mahlzeit am Sonntagmittag nahmen alle zusammen auf dem Burghof ein.

Wer hätte das gedacht, dass Weißmalen so viele schöne warme Gefühle macht!

Jetzt sind wir auf die Farbe Braun gespannt, mit der wir im Dezember passend zur weihnachtlichen Schokozeit ein Stelldichein auf der Burg haben.

Von der Skizze zum Bild – Mit Acrylfarben malen und skizzieren

mit Dietmar Stiller vom 26.-27. Mai 2018

Wer einen Kurs mit Dietmar Stiller bucht, der hat das Lachen auf seiner Seite: Dietmar ist ein Garant für gute Laune, kameradschaftliches Miteinander und unverkrampftes und spaßvolles Arbeiten. Doch bei allem Spaß kommt auch das Inhaltliche nicht zu kurz: Dass er auch noch meisterhaft Stift und Pinsel zu schwingen vermag und komplexe Sachverhalte wie z.B. Mehrpunktperspektive wie nebenbei in einfach nachvollziehbare Schritte runterbricht – davon kann sich jeder Kursteilnehmer überzeugen.

Grundlage für die späteren Acrylbilder stellen die vorbereitenden schnellen Skizzen dar, manchmal noch in einer Vorstufe im Thumbnailformat erstellt. Selbstgemachte Motivfinder, zwei Stück Zollstock als einfacher Winkelmesser oder ein wasservermalbarer Graphitstift, den man mit einem Wassertankpinsel anlösen und somit die Licht- und Schattenverhältnisse direkt in der Skizze anlegen kann, gehören zu den kleinen, aber wirkungsvollen Tipps und Tricks für eine gelungene Skizze.

Die Skizzen, die wir am Samstag und am Sonntagvormittag – auf dem Burggelände, am Bauernhofcafé Erlenhof, am Krukenburgcafé und der Schäfers Scheune fleißig erstellten, wurden im letzten Teil des Workshops auf Acrylpapier farblich in Szene gesetzt.

Einmal den gesamten Prozess zu durchleben - von der Motivsuche über den ersten Thumbnail und die ausgearbeitete Skizze bis schließlich hin zum fertigen Bild -, ist eine künstlerisch lohnenswerte Erfahrung, die jeden, der sonst nur nach fertigen Bildvorlagen arbeitet, ein ganzes Stück nach vorne bringt.

Und ja, um wieder am Beginn dieses Rückblicks anzuknüpfen, neben all der intensiven Arbeit kamen auch die Bauch- und Backenmuskeln kräftig zum Einsatz: lachend und kauend während der verschiedenen gemeinsamen Mahlzeiten.

Wir freuen uns schon aufs nächste Mal!

Blog

Zeichnen und Aquarellieren auf Reisen mit Jens Hübner

16.-17. Mai 2018 – ein Rückblick

Jens Hübner ist ein Phänomen, das man nicht beschreiben kann, man muss es erleben.

Ein moderner Globetrotter, der seine Passion zu seiner Profession gemacht hat und sein Wissen mittlerweile nicht nur deutschlandweit sondern auch über die Landesgrenzen hinaus an Zeichen- und Malfreudige weitergibt, die ihre optischen Eindrücke von unterwegs, mit Stift und Aquarell festhalten wollen.
Eine moderne Dieter-Thomas-Heck-Variante, der Non-Stop und praktisch ohne Luft zu holen Zeichentechniken aufs Anschaulichste und, wenn es sein muss, auch mit dem Skizzenbuch auf der Brust blind und über Kopf zeichnend erklärt.
Und wer schon einmal einen Workshop bei ihm besucht hat, der weiß sofort, was gemeint ist mit „Menschen sind Mohrrüben, die an der Wäscheleine hängen“. Ein typischer Jenssatz, der kurz und prägnant – und Reduzieren auf das Wesentliche, darum geht es letztendlich bei seiner Technik – erklärt, wie man Menschen auf die Schnelle und auch noch in der richtigen Perspektive darstellt.

Das nur als kurzer Anriss. Wer mehr über Jens erfahren möchte, findet Anworten auf viele seiner Fragen in der nächsten Buchhandlung.

Zum Workshop selbst: Der erste Tag des Workshops fand in erster Linie in dem kunstvoll restaurierten, farbenprächtigen großen Saal der neuen Burg statt. Nach einem einführenden Teil mit Erläuterung und Vorstellung der Materialien und Aquarelltechniken sowie Hinweisen zum Bildaufbau und den verschiedenen Mitteln der Perspektive hatten die Workshopteilnehmer reichlich Gelegenheit, das neu Erlernte praktisch umzusetzen.

Nach einer kurzen Mittagsstärkung im Wintergarten der Burg gab es einen kleinen Exkurs auf das Burggelände, wo jeder ausreichend Zeit fand, sich in dem für viele ungewohnten Umgang mit dem kleinen Skizzenbuch zu üben. Ein beliebtes Modell war die Jungfrau Maria mit Kind im Eibenring. 

Der zweite Tag startete auch wieder im großen Burgsaal, wurde aber schnell nach draußen verlegt. Eine instruktive Exkursion durchs Feld mit kurzen Malstationen, so z.B. der Blick auf das Bauernhofcafé Erlenhof, führte uns zurück an die Weser. Hier setzten wir mit der historischen Gierseilfähre über und hielten auf der Würgasser Weserseite den Blick Richtung Hannoversche Klippen und natürlich auch den Blick auf die Burg in unseren Skizzenbüchern fest. Die Gierseilfähre brachte uns zurück auf die andere Seite und dem Gasthaus zur Fähre, wo wir bei Sonnenschein auf der Terrasse zu Mittag aßen.

Viele der Teilnehmer waren so begeistert, dass sie sofort den nächsten Jenskurs im August „Landschaften im Reiseaquarell“ oder andere Burg-Kunstkurse buchen wollten.

So geht Kunst!  Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

Faltenwurf-Schnupperkurs mit Christine Reinckens am 28.04.2018

Im Mittelpunkt dieses 5-stündigen Kompaktkurses unter Leitung der Kasseler Künstlerin Christine Reinckens standen die Falten – nicht die in unserem Gesicht (dazu gab es keinen Anlass, so tiefenentspannt und locker die TeilnehmerInnen waren), sondern die in Stoffen. Dabei herausgekommen sind Bilder mit einer teils so starken 3-D-Wirkung, dass man fast schon zum Bügeleisen glaubte greifen zu müssen.

Aber beginnen wir am Anfang.

Die Veranstaltung startete mit einer historisch gewürzten Burgführung, in der der Burgherr nicht nur die Geschichte der Burg, sondern auch die ihrer umfassenden und denkmalsgerechten Restaurierung kurzweilig schilderte. Einer der Höhepunkte der Führung war sicherlich die im Amtshaus wiederentdeckte Kapelle mit den eindrucksvollen Monogrammen im Deckenbereich sowie eine, so wird vermutet, Originalzeichnung von Ludwig Emil Grimm im großen Saal der neuen Burg.

Nach der Führung wurden die Malkittel ausgepackt und jeder Teilnehmer konnte sich aus den reichlich vorhandenen und überall im Atelier drapierten Stoffen ein Modell aussuchen. Jeder konnte mit seinen Lieblingsmaterialien arbeiten. Das waren Acryl, Öl, Pastell und Gouache. Und das Ergebnis konnte sich in jedem Fall sehen lassen.

Da die Kunst allein aber selten satt macht, wartete zwischendurch im sonnendurchfluteten Wintergarten der neuen Burg ein leckeres kaltes Buffet auf alle. So gestärkt konnten wir uns auch zurück im Atelier dem „Besucherandrang“ durch einen Teil der TeilnehmerInnen der parallel laufenden Sanitas-Fortbildung „Bewegungsapparat“ und deren Fragen stellen.

Fazit: Ab jetzt bieten wir KursteilnehmerInnen Falten mutig die Stirn! Und, der Stoff in diesem Workshop hatte Suchtcharakter: Im nächsten Jahr muss unbedingt ein zweiter Faltenkurs her.

Hyperrealistische Portraits

mit Dirk Dzimirsky

Gnadenlos gut war nicht nur der Workshop sondern auch das Wetter und die Laune der Workshopteilnehmer, die sich aus vielen Teilen der Welt in dem idyllischen Weserdorf zusammengefunden hatten, um gemeinsam mit Hilfe des international anerkannten Künstlers Dirk Dzimirsky in die geheimnisvolle Welt der hyperrealistischen Zeichnungen einzutauchen.

Bei aller Konzentration, die die Arbeit an dem DIN-A-3 großen Portrait erforderte, kam doch auch das Miteinander nicht zu kurz. Für Gespräche und gemeinsame Mahlzeiten boten sowohl der sonnendurchflutete Wintergarten als auch das weitläufige Burggelände genügend Möglichkeiten.

Zwischendurch schaute auch noch die Lokalpresse vorbei und verhalf damit dem Workshop auch zu öffentlicher Beachtung.

Vocal Vital 1.1 und 2.0 mit Ghislaine & Thorsten Seydler

24. und 25. Februar 2018

Wenn Musik Kommunikation wird und umgekehrt – die Macht der Töne und welche Wirkung die Musik auf den Menschen hat, lässt sich an den Gesichtern der Workshopteilnehmer unschwer erkennen.

Bei frostigen Minusgraden sangen sich die Workshopteilnehmer am letzten Wochenende im Februar – spontan und notenfrei - gut gelaunt warm. Auch dieses Jahr wieder hat der Gesangsworkshop der beiden Seydler rund um die Themen Stimmbildung, Circlesinging, Gruppenimprovisation, Rhythmus, Call and Response, am Sonntag mit dem musikalischen Schwerpunkt Rock, Pop, Jazz und Gospel, zahlreiche Sänger und Sängerinnen aus dem Dreiländereck angezogen . Einige davon waren "Wiederholungstäter", die schon letztes Jahr mit von der Partie waren und sich von der Burgatmosphäre hatten bezaubern lassen, und natürlich von den beiden Vollblutmusikern Ghislaine und Thorsten Seydler.

Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege

1. Platz für die Burg Herstelle

Mit dem „Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege“ wurden am Dienstag, den 7. November 2017 neun Denkmaleigentümer und 37 Handwerker unterschiedlicher Gewerke aus Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Festrede bei der Preisverleihung um 18.00 Uhr in der Halle am Wasserturm, Hansaallee 321 in 40549 Düsseldorf hielt Ministerpräsident Armin Laschet. Die Preisverleihung erfolgte zusammen mit dem Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, und Dr. Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Mit den folgenden Worten hat die Jury unsere Arbeit hier in Herstelle gewürdigt:

Die bis ins 12. Jahrhundert zurückreichende Burg Herstelle ist eine landschaftsprägende Anlage auf einem Felsplateau hoch über dem Wesertal. Das steinsichtige Hauptgebäude und der zugehörige Rundturm wurden 1826-32 errichtet. Von 1981 bis 2006 standen die Gebäude leer, die Bausubstanz wurde vernachlässigt und einige Umnutzungsideen scheiterten. Als neue Eigentümer begannen Petra Sporbeck-Hörning und Martin Hörning ab 2010 die schrittweise Renovierung des Gebäudes, das sich als sehr marode herausstellte.  Mit  langem Atem  und  der  behutsamen Wiederherstellung  der  originalen Substanz mit all ihren Gebrauchsspuren sowie vorsichtigen Ergänzungen für moderne Nutzungsanforderungen ist eine vorbildliche denkmalpflegerische Maßnahme entstanden. Die vertrauensvolle und anregende Zusammenarbeit von Eigentümer, Denkmalpflege und Handwerkern lässt sich in allen Bereichen erkennen. Die Jury zeichnet dafür Petra Sporbeck-Hörning und Martin Hörning mit einem 1. Preis aus. Für die noch anstehenden Arbeiten am anschließenden Amtshaus wünscht die Jury weiterhin eine so glückliche Hand wie auch beim Erfolg bei der Nutzung des Palas, der die bauzeitliche Nutzung als kultureller Mittelpunkt der Region wieder aufgreift. 

Der von der Stiftung gemeinsam mit dem Zentralverband gestiftete Preis wird jährlich in zwei Bundesländern an private Eigentümer verliehen, die bei der Bewahrung ihres Denkmals in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk Herausragendes geleistet haben

Burg Herstelle stellt sich vor

Am Samstag, den 10. September 2016, nahmen rund 50 Teilnehmer des Schnatgangs der Vereinsgemeinschaft Herstelle die Gelegenheit wahr, sich von den Besitzern der Burg Herstelle über das geplante Zentrum für Kunst, Kultur und Gesundheit zu informieren. Bei strahlendem Sonnenschein erläuterten die Eigentümer im Wintergarten der Burg das Konzept, anschließend konnten die Besucher die Räume des Erdgeschosses, darunter auch das Trauungszimmer der Burg, besichtigen.