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Die Burg - Geschichte

Die Burg Herstelle liegt im sogenannten Dreiländereck, wo Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen zusammenstoßen. Der Ort Herstelle, an einer Weserfurt gelegen, war wohl früher umkämpftes Grenzgebiet. So hat der spätere Kaiser Karl der Große in den Sachsenkriegen 797 / 798 auf dem Hersteller Berg sein Winterlager aufgeschlagen und feierte hier Weihnachten und Ostern. Der Ort wurde nach dem Namen einer seiner Hauptresidenzen in Belgien, Heristal, benannt. Und auch die Straße, an der die Burg liegt, erinnert im Namen an Karl den Großen.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1292 als Burg der Bischöfe von Paderborn.

1465 wurde die Siedlung Herstelle und auch die Burg von den Hessen niedergebrannt. Der Wiederaufbau erfolgte wenige Jahre später. Danach wechselten die Bewohner der Burg immer wieder, bis im Jahre 1823  die Familie von Heereman-Zuydtwyck die Burg erwarb und begann, mit dem Architekten Johann Claudius von Lassaulx einen neugotischen Burganbau westlich vom bischöflichen Amtshaus zu realisieren.

Viele Jahrzehnte diente dann die Burg Gelehrten, Dichtern und Künstlern als Zentrum für literarische Zirkel und Zusammenkünfte. Bekannte Persönlichkeiten wie die Brüder Grimm und Annette von Droste-Hülshoff waren häufig hier zu Gast.

Diese Ära ging vor knapp hundert Jahren zuende, 1927 wurde die Burg wiederum verkauft. Auch danach wechselte sie mehrfach Besitzer und Nutzungen: Erholungsheim für ein großes Stahlunternehmen und für Hirnverletzte, Asylantenheim, Gästehaus und Restaurant... Ab 1981 standen die Gebäude 25 Jahre mehr oder weniger leer, die Bausubstanz wurde vernachlässigt, einige Besitzer oder Bewohner versuchten sich erfolglos an diversen Nutzungs- und Renovierungskonzepten.

2006 hat die heutige Eigentümerfamilie das Denkmal erworben und dann die Burg Schritt für Schritt  saniert und ein Nutzungskonzept entwickelt, das an die Tradition des alten Zentrums für Kunst und Kultur anknüpft.