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Impressionen

Flavio Apel I

An diesem Wochenende sollte eigentlich, so der Plan vor Corona, der Kurs „(Hyper-) Realistisches Zeichnen mit Flavio Apel stattfinden.

Verzichten müssen wir glücklicherweise darauf nicht, am 14./15. November 2020 findet der Nachholkurskurs statt.

Einen schönen Einblick in das Schaffen des Künstlers gibt der Text von Dorothea von Kiedrowski, Institut für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart, „Andacht zum Unbedeutenden – Bleistiftzeichnungen von Flavio Apel“, herausgegeben von der Galerie Rasch (ISBN-13: 978-1724068828).

Hier ein kleiner Textauszug:

„Flavio Apel hat seine Kindheit in einem kleinen Dorf in der Nähe von Rom verbracht. Der inzwischen in Marburg lebende Künstler sucht diesen Ort, der seine Bildwelt stark geprägt hat, bis heute immer wieder auf.

Die Akteure seiner Bildwelt – Alltagsgegenstände und Insekten – erwachen in Apels Kompositionen zu neuem Leben. Anders als in den Stillleben der Alten Meister, die üppige Speisen, blitzendes Besteck und fein geschliffene Gläser auf kunstvoll drapierten Tischen darstellten, sind es bei Apel verbogene Gabeln und Löffel, halbvolle Suppenteller und leere Dosen, die auf weißem Hintergrund erscheinen. Apels eigene Vanitas-Motive, die Insekten, erscheinen in seinen Bildern fragmentiert oder auf dem Rücken liegend.

Allein der Hirschkäfer scheint sich in Apels rätselhaften Bildgeschichten durchzusetzen. In der christlichen Symbolik gilt der Hirschkäfer als Apotropäum, das Unheil abwehren kann. Wiederholt taucht er in Apels Zeichnungen auf; stellt sich einem Duell mit einer verbogenen Gabel oder steht hilflos vor einer Praline mit Insektenflügeln, die sich unter einer Glasglocke befindet. Diese ungewöhnlichen Konstellationen hauchen den Dingen neues Leben ein. Sie erzählen Geschichten, die wir als Betrachter weiterspinnen dürfen. Mit präzisem Strich und minimalen Mitteln erschafft Apel auf diese Weise surreale Welten.“

Homepage des Künstlers: https://www.flavioapel.com/

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