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Impressionen

Unsere Dozenten - Christine Reinckens - Portrait I

Am vergangenen Wochenende hätte unser Portrait-Workshop mit Christine Reinckens stattfinden sollen. Der Kurs ist auf das Wochenende vom 5./6. September verlegt worden.

Da bietet es sich nun an, aus den Reihen unserer Dozenten Christine als nächste Künstlerin vorzustellen, so wie es bereits mit Flavio Apel geschehen ist.

Doch tue ich mich schwer mit dieser Aufgabe. Immer wieder durchforste ich ihre Homepage, ihre selbst verfassten Texte, dann jene, die aus der Feder von Kunstexperten stammen, sichte ihre Bilder…und am Ende steht nur eine Gewissheit: Wir haben es hier mit einer großartigen Künstlerin zu tun, deren Werk zu komplex und vielschichtig ist, um es in diesem Rahmen angemessen vorzustellen.

Ich werde nun in der nächsten Zeit die Hauptthemen aus Christine Reinckens Werk vorstellen: Portrait, Figur, Stillleben, Stoffe, Wasser... Bilder, Textfragmente aneinandergereiht, wohl darauf hoffend, dass der Leser und Betrachter dieses Puzzle zu einem aussagekräftigen Ganzen zusammensetzt.

Portrait I
... Christine Reinckens begreift die Darstellung des Menschen als malerische Herausforderung. Wenn sie mit den Porträtierten in künstlerische Zwiesprache tritt, dann, um ein sehr persönliches Bild von den Dargestellten zu schaffen. Mit ihrem wichtigsten Ausdrucksmittel, der Farbe, fokussiert sie zunächst sehr akkurat und überscharf die Wiedererkennbarkeit des deutlich Sichtbaren, raumfüllend, dabei alles, was an Bewegung, Attribut oder Umgebung ablenken könnte, weglassend. Um den Augenblick aber festzuhalten ist es für sie wichtig, mit einem Gefühl für die Porträtierten zu malen also sich mit Gesichtszügen, Gesten, Blicken und Körperhaltungen eine weitere Dimension zu erschließen etwas von der inneren Welt und vom tiefsten Wesen der Persönlichkeit und ihrem Lebensgefühl einzubringen. So werden Intelligenz, Lebensweisheit und Wärme, Schönheit und Lebenslust, Reife, Erfahrung und Abgeklärtheit oder aber auch Niedergeschlagenheit und Verletzlichkeit zu spürbaren Themen, die über den Charakter einer Momentaufnahme hinausgehen.
Diese Art Malerei ist ebenso distanziert wie einfühlsam. In ihrer Ehrlichkeit ist sie nicht gefällig, mitunter sogar schonungslos; eines aber nie - ohne Würde.

Peter Zimmer 2012, Galerie Zimmer, Mühlhausen

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