
Grisaillemalerei – Monochrome Malerei
Tageskurs auf der Burg Herstelle
Grau in Grau ist zum Jahresende nicht nur der Inbegriff von Nebel und Winterstimmung, sondern auch der ideale Anlass, sich der Grisaille- oder Tonwertmalerei zu widmen.
Die Grisaillemalerei (gris = französisch für „grau“) ist ein altmeisterliches Verfahren, bei dem ein Bild zunächst ausschließlich in Hell-Dunkel-Tönen angelegt wird. So lässt sich einer der häufigsten Gründe für das Scheitern eines Bildes vermeiden: falsch eingeschätzte Tonwerte. Gerade intensive Farben täuschen uns häufig über ihre tatsächliche Helligkeit oder Dunkelheit hinweg.
Doch eine Malerei in Grau- oder Sepiatönen besitzt auch als eigenständiges Werk ihren besonderen Reiz. Die Abwesenheit der Lokalfarbe lenkt den Blick auf das Wesentliche: Form, Volumen, Struktur und Komposition. Stillleben gewinnen an Klarheit, Porträts an Präsenz und Ernsthaftigkeit.
Dabei wird keineswegs einfach mit Schwarz und Weiß gemalt. Vielmehr entstehen fein abgestufte Nuancen aus Grau-, Grün- oder Brauntönen, die aus wenigen Farben und Weiß sensibel gemischt werden. Richtig gesetzte Tonwerte schaffen Tiefe, Räumlichkeit und eine erstaunliche malerische Vielfalt.
Der Lerneffekt ist enorm: Licht und Schatten lassen sich ohne den Einfluss der Farbe leichter erkennen, Bildaufbau und Komposition werden verständlicher, und der Blick für das Wesentliche wird nachhaltig geschärft.
Habt ihr euer Lieblingsmotiv schon mal in Graustufen betrachtet? Ist eine Rose oder eine Meereslandschaft auch in Sepiatönen noch faszinierend?
Welche Motive sich besonders gut eignen, um in Grau zu leuchten, wollen wir an diesem Tag gemeinsam herausfinden und in einem oder mehreren kleineren Formaten umsetzen.
Und nebenbei werden wir jede Menge Freude am Malen haben.

Christine Reinckens









